Inititative Stolpersteine Burgsteinfurt

Das Projekt Stolpersteine

Der Künstler
"Erfinder" der Stolpersteine ist der Künstler Gunter Demnig, der 1947 in Berlin geboren wurde. Demnig studierte u.a. Kunstpädagogik und machte 1971 sein Staatsexamen für das Lehramt am  Gymnasium, für die Fächer Bildende Kunst und Werken. 1985 eröffnete er in Köln ein eigenes Atelier. Zum 50. Jahrestagder Deportation von 1000 Sinti und Roma aus Köln, zeichnete mit einem Spurgerät die Wege nach, die Sinti und roma zu ihrem Transport laufen mussten. Im Anschluss an dieser Aktion entwickelte er die Aktion "Stolpersteine".  Mehr zu Gunter Demnig und seinem Projekt finden Sie auf seiner Seite.

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Die Geschichte der Initiative Stolpersteine Burgsteinfurt

2006 – 2020
Anfang 2005 gründete sich auf Initiative von Herrn Homann in Borghorst eine sehr aktive Stolpersteine Initiative, die begleitet von einer guten Öffentlichkeitsarbeit, schon in Borghorst Stolpersteine verlegen ließ.
Von dieser Verlegung inspiriert, fanden sich im Herbst 2005 auch in Burgsteinfurt auf Anregung von Frau Ursula Kunze, BürgerInnen zusammen, um die Schicksale ehemaliger jüdischer Mitbürger, durch die Verlegung von Stolpersteinen zu gedenken. Besonders hilfreich war dabei die aktive Mitarbeit vieler Zeitzeugen, wie Frau Liesel Daldrop, Frau Maria Hinte oder Herrn Klaus Döring. Im April 2007 kam es dann zu einer ersten Verlegung von Stolpersteinen in Burgsteinfurt. Fünf Stolpersteine wurden in Gedenken an den letzten jüdischen Kantor, Lehrer und Vorsteher der Gemeinde, Hermann Emanuel (Kautenstege 10), den Viehhändler Isidor Meyer (Bahnhofstraße 21), sowie der Witwe Rosa Cohen und ihren beiden Töchtern Emilie Dreyfus und Charlotte Snatager (Moltkestraße 12) verlegt. Es sollten nicht die letzten Stolpersteine bleiben. Innerhalb der kommenden zehn Jahre wurden weitere 71 Stolpersteine in Burgsteinfurt verlegt. Bei einer Anzahl von ca. 350 Personen, die während des Nationalsozialismus gelebt haben und ihren Lebensmittelpunkt entweder in Burgsteinfurt hatten, oder in einer anderen Stadt lebten, aber hier geboren wurden, sind 76 Stolpersteine ein überragendes Ergebnis. 

Es ist kein Geheimnis, dass das Engagement von Personen aus unterschiedlichen Gründen innerhalb einer ehrenamtlichen Arbeit variiert und fluktuiert. So war es dann auch bei der Initiative Stolpersteine Burgsteinfurt, bei dem sich ab 2011 ein Kreis von Personen herausbildete, die dauerhaft an Projektender Initiative beteiligt waren: Karl-Friedrich Herhaus, Gaby Konermann, Ursula Kunze,Oliver Löpenhaus, Hildegard von den Driesch und Barbara Wachsmuth-Ritter (alphabetisch aufgeführt). Hinzu kamen die bereits oben erwähnten Zeitzeugen die regelmäßig zu unseren Treffen erschienen und uns mit ihrem Wissen beiseitestanden.  2012 erschien unsere erste Dokumentation mit einer Auflage von 250 Stück, die wir gegen einen Preis von 5 € angeboten haben. Die Dokumentation behandelte das Schicksal eben jener 42 Personen, die bis 2010 in vier Verlegungen einen Stolperstein erhalten haben. Die Initiative setzte sich zudem in verschiedenen Projekten immer wieder für die Aufarbeitung der jüngeren jüdischen Geschichte von Burgsteinfurt ein. Sei es mit der Errichtung einer Tafel am Bahnhof, einer Mahnwache zum 75. Jahrestag der Deportationen, der Teilnahme am Geschichtstag der VHS, oder der Errichtung von sechs Stelen an unterschiedlichen Orten in Burgsteinfurt. Auch Rundgänge zu den Stolpersteinen, Vorträgen vor Schulklassen und eine Führung zu den Orten jüdischen Lebens in Burgsteinfurt gehört zu unserem Repertoire. Auch  für eine Instandhaltung des jüdischen Friedhofs  haben wir uns erfolgreich eingesetzt.

Ab 2013 sollte die Anzahl der aktiven Mitglieder schrumpfen. Mit Frau Daldrop, Frau Hinte und Hr. Döring, sowie Hildegard von den Driesch hatten wir leider einige Sterbefälle zu beklagen. Frau Konermann und Herr Herhaus entschlossen sich, ihre Mitarbeit ruhen zu lassen und sich wieder mehr ihrer Familie zu widmen. So kam es, dass bis 2018 die Anzahl der aktiven Mitglieder auf drei Personen zusammenschrumpfen sollte. Erst mit der Aufnahme von Lina-Sophie Hentzschel, einer Schülerin des Arnoldinums, im gleichen Jahr, sollten wir wieder Zuwachs bekommen.

Umbruch 2020
Im Jahr 2020 entschieden sich dann auch die Gründungsmitglieder Frau Kunze und Frau Wachsmuth-Ritter aus privaten Gründen, ihre Mitarbeit in der Initiative ruhen zu lassen. Diese Situation wollen die beiden verbliebenen Mitglieder nun nnutzen, die Initiative Stolpersteine Burgsteinfurt neu aufzustellen. Ziel ist es, genügend Mitglieder zu werben, so dass die bereits 2006 gefasste Idee, einen eingetragenen Verein zu gründen, verwirklicht werden kann. Dabei soll der Focus auf eine technische moderne und kommunikative Zusammenarbeit liegen, die u.a. auch junge Leute inspiriert und vielleicht zu einer Mitarbeit bewegt. 

Einen Schritt zur Neuaufstellung hat die Initiative bereits mit dem Aufbau dieser Website gemacht, die in den kommenden Monaten auch noch die Möglichkeit bieten soll, den jüdischen Friedhof virtuell zu begehen. Auch Soziale Medien oder Medien wie Podcasts sollen zukünftig angeboten werden. Und im ersten Halbjahr 2021 soll dann auch eine erweiterte, knapp 160-seitige Dokumentation im Buchhandel erscheinen. Weitere Projekte sind in Planung, die dafür sorgen sollen, dass das Andenken an unsere jüdischen Mitbürgern nicht in Vergessenheit gerät. 

Das sind wir!

(alphabetisch aufgeführt)