Inititative Stolpersteine Burgsteinfurt

Selig Wertheim

  Selig Wertheim wurde als Sohn des Blaufärbers Moses Coppel Wertheim und seiner Frau Bertha, geb. Heimann 1857 in Burgsteinfurt geboren. Er wuchs im Elternhaus am Drepsenhoek auf, das man später an die Familie Paula Hirsch verkaufte. Er besuchte wie sein Halbbruder Kalmann  Moses und sein Bruder Benjamin das Arnoldinum. 1874 ging er nach sieben Jahren mit Einjährigem ab. Er machte sich selbständig und gründete auf der Wasserstraße 25 die S. Wertheim & Co.  Manufakturwaren-Großhandlung. Mit seiner Frau Bertha, die er um 1894/1895 heiratete, bekam er die Kinder Else (1896) und Otto (1899). Sohn Otto fiel am 8. Oktober 1918, und damit noch in den letzten Wochen des Ersten Weltkriegs, zu dem er sich vermutlich wenige Monate nach seinem Abschluss am Arnoldinum, freiwillig gemeldet hatte. Die Eltern, die diesen Verlust nur schwer verwinden konnten, ließen ihm zu Ehren, 1919 auf dem jüdischen Friedhof eine Gedenkhalle bauen. Nachdem er 1937 seine Ehefrau verloren hatte, arbeiteten und wohnten bei ihm einige Haushälterinnen. Unter anderem Ruth Marx, oder danach Jenny Schwalm, die bis zu ihrer Deportation bei ihn leben sollte. 1939 wurde sein Haus eines von fünf sogenannten Judenhäuser. Ihm wurden später Paula Hirsch und Tochter Ruth, die aus Horstmar stammende vierköpfige Familie Eichenwald und kurz vor der Deportation, noch deren Verwandten Moritz und Rika Seligmann eingewiesen. Nach den ersten beiden Deportationen musste Selig Wertheim sein Haus im Januar 1942 verlassen, in das letzte Judenhaus ziehen und wurde am 27. Juli 1942 über Münster nach Theresienstadt deportiert, wo er bereits am 27. November 1942 verstarb.

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Fotos von Selig Wertheim

Bilderquellen: StA Steinfurt, Gedenkbuch der gefallenen Soldaten, Burgsteinfurter Kreisblatt

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Bilder von der Verlegung am 
7. November 2010