Inititative Stolpersteine Burgsteinfurt

Robert Herz

Robert Herz wurde 1918 als Sohn der Eheleute Charlotte und August Herz in Bochum geboren. Seine Mutter war geborene Burgsteinfurterin und Tochter des angesehenen Offiziers Kappesser. Nachdem er die ersten zehn Jahre seines Lebens in Bochum gelebt hatte, verzog er mit seiner Familie 1928 nach Burgsteinfurt, wo sie das ehemalige Landhaus ihres Vaters in Hollich bewohnten. Robert Herz besuchte das Arnoldinum und wurde dort bereits 1932 von Lehrern antisemitisch beleidigt. Da sein Vater bei seiner Hochzeit zum evangelischen Glauben übertrat und Robert auch christlich erzogen wurde, fühlte weder er noch seine Eltern sich als Juden und standen auch mit keinen Juden freundschaftlich näher in Kontakt. Nach den Nürnberger Gesetzen im September 1935, galt sein Vater als Volljude, seine Mutter als jüdisch versippt und er als Halbjude. Seine Mitschüler und Lehrer sorgten dafür, dass die fünf Jahre 1933 bis 1938 ein wahres Martyrium glich. Er musste Spott, Hohn und sogar Gewalt gegen sich ergehen lassen. Dennoch machte er sein Abitur und durfte anschließend an der TU Berlin Ingenieurwissenschaften studieren. 1940 schafften seine Eltern, dass er vom Wehrdienst befreit wurde und konnte mit seinen Eltern dank einer Quäkergemeinde auf einem drei Monate langen Weg nach Brasilien flüchten. Obwohl er in den späten 1970er Jahren nach Deutschland zu einem Besuch in Westerkappeln zurückkehrte, vermied er es seine einstige Heimatstadt zu besuchen. Zu stark waren seine Erinnerungen. Robert Herz verstarb in den späten 1990er Jahren in Brasilien. 

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Fotos der Familie Herz

Bildquellen:  Einwanderungskarten Rio de Janeiro, 15. Januar 1941

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