Inititative Stolpersteine Burgsteinfurt

Lina Radloski

Lina Radloski wurde 1867 als Tochter von Hirsch Hirsch und seiner Frau Johanna in Burgsteinfurt geboren. Mutig und entschlossen, ergriff sie bereits im Alter von 19 Jahren die Initiative und emigrierte zunächst nach London, dann in die USA. In den Vereinigten Staaten heiratete sie Abraham Radloski. Als dieser sich von ihr trennte kam sie 1912 vorrübergehend nach Burgsteinfurt zurück. Sie hatte mittlerweile ein Nervenleiden, dass sie auskurieren wollte. Sie sollte aber nie wieder in die USA zurückkehren. Zunächst lebte sie bei Ihrer Schwester Amalia Steinmann in ihrem Haus Markt 1, dann bei ihrem Bruder Hermann in der Steinstraße 24. Als dieser 1938 nach Südafrika flüchtete, mietete sie ein kleines Zimmer im Haus der Familie Meyer. In der Pogromnacht war vermutlich sie diejenige, die den Angreifern laut einer Nachbarin, einen Eimer Wasser auf den Kopf schüttete, um ein Eindringen ins Haus zu verhindern. Am Morgen gegen 8:00 Uhr wurde sie von Hitlerjungen mit Steinen beworfen, stürzte und verletzte sich. Nach der Pogromnacht versuchte sie einen Reisepass zu erhalten, denn eigentlich war sie durch ihren Mann Amerikanerin. Doch das US-Konsulat entzog ihr noch im Januar die amerikanische Staatsbürgerschaft. Dadurch blieb Lina nur in die Niederlande zu ihrer Schwester zu fliehen. Im Mai 1943 wurde Lina Radloski im Alter von 76 Jahren in das Vernichtungslager Sobibor deportiert und dort bei der Ankunft ermordet.  Hinweis: durch verschiedene Akten, die im Umlauf waren, gingen wird bis 2013 davon aus, dass der Familienname Radlowski sei. Später sind wir auf Akten aufmerksm geworden, die eindeutig belegen, dass Linas Nachname Radloski lautet. Für eine Änderung des Stolpersteins war es da zu spät.  

 Neugierig geworden? 
Hier klicken!

Bilder von der Verlegung am
 5. Oktober 2013

Zurück zur Verlegung