Inititative Stolpersteine Burgsteinfurt

Die Familie Willy Hirsch

Willy Hirsch war das achte von insgesamt zehn Kindern der Eheleute Hirsch Hirsch und Jeanette Königheim. Er kam 1887 auf der Neustraße 11 (heute An der Stadtmauer 12) zur Welt. Nachdem er bereits im Alter von fünf Jahren seine Mutter verloren hatte, wurde er wie seine Geschwister, von seiner sechzehn Jahre älteren Schwester Johanna aufgezogen. Willy lebte kurz nach der Heirat seines Bruders Hugo in dessen Haus, kaufte sich später aber selber das Haus Blücherstraße 6 (heutige Hausnummer nicht bekannt). Ein kluger Schachzug, denn sein Haus und vermutlich auch ein Stall, lagen damit unmittelbar am damaligen Viehmarkt auf dem Baumgartenplatz. Dort lebte er auch mit seiner Frau Anna, geborene Roberg, die er kurz nach dem Krieg geheiratet hatte, und seinen beiden Söhnen Ernst (1920) und Hans (1925). Im Juni 1933 traf es dann Willy Hirsch besonders schwer. Zunächst verweigerte man ihm wie auch allen anderen jüdischen Viehhändlern, den Zutritt zum Viehmarkt. Schwerer dagegen wiegte der Tod seines Sohnes Ernst, der an einer Hirnhautentzündung erkrankt war und verstorben war. Spätestens ab 1936/1937 scheint sich bei der Familie der Wunsch manifestiert zu haben, ihr Heimatland zu verlassen. Damit stand Willy innerhalb seiner Familie allerdings ziemlich allein dar, denn keiner seiner Brüder zog dies in Betracht. Willy dagegen verkaufte sein Haus und zog zu seiner Schwägerin Paula auf dem Drepsenhoek.
Den Entschluss auszuwandern, hatte Willy zur richtigen Zeit getroffen, denn im Jahr 1937 begann man mit enormen Aufwand, Juden zur Aufgabe ihrer Gewerbe zu drängen. Am 3. Februar 1938 verließ die Familie Burgsteinfurt für immer und emigrierte nach Chile. Dort bauten sie sich zunächst eine Pension für Auswanderer auf. Auch Lotte Heimann, Willys Nichte und ihr Mann, sowie Fritz Hirsch und Georg Hirsch, seine Neffen kamen nach ihrer Ankunft zunächst bei der Familie unter. Leider verstarb Willy viel zu früh, bereits zwei Jahre nach Ende des Krieges, im Alter von nur 60 Jahren in Chile. Anna Hirsch überlebte ihren Mann um 27 Jahre und verstarb 1974 im Alter von 86 Jahren. Auch Sohn Hans, der sich in Chile Juan nannte, verstarb wie sein Vater recht früh. Bereits 1990. im Alter von nur 65 Jahren.

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Bilder von der Verlegung am 21. Februar 2017