Inititative Stolpersteine Burgsteinfurt

Familie Julius Steinmann

Julius Steinmann war das älteste Kind der Eheleute Moses Steinmann und Amalia, geborene Hirsch. Er kam 1888 auf der Kirchstraße in einem Haus zur Welt, in dem sein Vater Handel mit chemischen Produkten betrieb. Julius hatte noch Geschwister: Erna (1889), Henriette (1890), Willy (1893), Hugo (1894-1894), Karl (1896), Erich (1898) und Paul (1901). 1906 kaufte sein Vater das Haus der Familie Kapesser (Markt 1) und erweiterte das Geschäft mit einem Angebot von landwirtschaftlichen Produkten). Julius besuchte ab Ostern 1899 das Arnoldinum. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er wie drei seiner Brüder an der Front. Ein Bruder, Willy fiel 1915. Julius bekam für seine Verdienste das Eiserne Kreuz. Nach dem Krieg war er zusammen mit seinem Vater Geschäftsführer. Nach dem Börsencrash und der Weltwirtschaftskrise geriet auch das Geschäft der Familie in finanzieller Schieflage und stand spätestens 1933 vor der Insolvenz. Nachdem sein Vater am 14. März 1933 verstorben war und die Nationalsozialisten an der Macht waren, entschied er sich Burgsteinfurt zu verlassen. Julius hatte 1922 die Niederländerin Henriette van Gelder geheiratet und mit ihr drei Kinder bekommen: ein kurz kurz nach der Geburt verstorbenes Kind (1923), Kurt (1924) und Manfred (1928). Julius schickte seine Familie zu seinen Schwiegereltern nach Hengelo und übergab seinem Bruder das Geschäft. Im August 1933 folgte er ihnen. Die folgenden Jahre blieb die Familie zunächst erstmal verschont vor dem Zugriff der Nationalsozialisten. Im Mai 1940 geriet er wieder in ihren Einflussbereich. 1943 wurde die Familie verhaftet und in das Durchgangslager Westerbork gebracht. Von dort aus wurden Sie am 18. Mai 1943 in das Vernichtungslager Sobibor deportiert und bei Ankunft ermordet.

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Fotos der Familie Steinmann

Bilderquellen: Nachfahren Steinmann,Archiv Kiepker/Balzer

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Bilder von der Verlegung am 
7. November 2010