Inititative Stolpersteine Burgsteinfurt

Henny Emanuel und ihre beiden Töchter Ruth Meir und Renat Bornstein

Henny Emanuel wurde 1887 als Tochter des Kaufmann und Erfinders Herz Heymann und dessen Ehefrau Jette in Burgsteinfurt auf der Steinstraße geboren. Henny hatte noch eine sechs Jahre jüngere Schwester, die Emma hieß. Als Henny eingeschult wurde, bekam die jüdische Gemeinde einen neuen Lehrer, den damals gerade erst 24-jährigen Hermann Emanuel. Ihn Ihren neuen Lehrer sollte sie sich verlieben. Am 7. August 1906 heirateten der 37-jährige Hermann Emanuel und die 19-jährige Henny. Vermutlich einer der wenigen schönen Momente in ihrem Leben, denn nach ihrer Hochzeit begannen die Schicksalsschläge. 1908 brachte Henny ein totgeborenes Kind zur Welt, was das frisch verliebte Paar vermutlich ziemlich traf. 1911 verlor Henny ihren Vater im recht jungen Alter von nur 59 Jahren. 14 Monate später starb auch noch ihre 19-jährige Schwester Emma und 1915 ihre Mutter Jette im Alter von nur 55 Jahren. Lichtblicke dagegen waren die Geburten der beiden Töchter Ruth (1911) und der Tochter Renata (1913). Im Ersten Weltkrieg betätigte sich Henny Emanuel wie viele Frauen als Krankenschwester und wurde dafür ausgezeichnet. Ab 1933 nahmen die Anfeindungen zu, was sich vermutlich auch auf Ihre Gesundheit auswirkte. Vor allem die Abwesenheit und die Sorge um ihre Töchter dürfte sich negativ ausgewirkt haben. Ruth, die in Münster eigentlich studieren wollte, sah ein, dass sie in Deutschland keine Zukunft mehr hatte und emigrierte noch vor 1934 über Frankreich nach Palästina. Sie sah ihre Mutter nicht mehr wieder. Renata hatte eine Anstellung in Brandenburg in einer bekannten Staudenzucht erhalten. Sie liebte den Umgang mit Pflanzen. Als Henny 1937 im Alter von 50 Jahren an Magenkrebs verstarb, kehrte Renata noch einmal nach Burgsteinfurt zurück um das Grab ihrer Mutter zu besuchen. Außerdem hatte sie noch Selma Neheimer dabei, die sie als Haushälterin für ihren Vater besorgt hatte. Dann emigrierte auch Renata über die Niederlande nach Palästina. Beide Töchter versuchten noch ihren Vater mehrfach nachzuholen, doch als er sich 1941 bereit erklärte, gab es keinerlei Möglichkeit mehr auszuwandern. Ruth heiratete und lebte als Ruth Meir in Palästina. Sie verstarb sehr früh im Jahre 1948 und wurde nur 37 Jahre alt. Renata lebte in einem Kibbuz, in dem sie sich ihren Pflanzen widmete. Sie heiratete und gründete mit ihrem Mann eine Familie. Zu Beginn der 1980er Jahre kehrte sie mit ihrer Tochter Ruth und deren Sohn zu Besuch nach Burgsteinfurt zurück.

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Fotos der Familie Emanuel

Bilder von Ruth Mazaki

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