Inititative Stolpersteine Burgsteinfurt

Familie Hermann Hirsch

Hermann Hirsch war ein Sohn von Hirsch Hirsch und Johanna Hirsch und damit ein Bruder von Amalia Steinmann und Lina Radloski, die ebenfalls noch zu Beginn des Nationalsozialismus in Burgsteinfurt lebten. Er wurde 1876 in Burgsteinfurt geboren. Hermann heiratete um 1909 Julie Steinweg aus Asseln und bekam mit ihr am 10. Oktober 1910 die Tochter Hildegard (siehe auch Hildegard Funk). Nach ihr kamen 1912 noch Sohn Helmut und 1913 Sohn Karl zur Welt. Hermann wurde 1914 eingezogen und diente als Lazarettträger an der Front, während seine Ehefrau sich um ihre nervenkranke Schwägerin und drei Kindern zwischen 1 und 4 Jahren kümmern musste. Karl besuchte das Arnoldinum und machte anschließend eine Ausbildung in Bad Ahrweiler. Als er zwei Jahre später zurückkehrte führte er zusammen mit seinem Vater die Metzgerei. Während sich Hermann Hirsch wohl zunächst nicht vorstellen konnte, sein Heimatland zu verlassen, einigten sich die drei Kinder bereits früh. Als erstes emigrierte Karl im Dezember 1935 nach Südafrika. Im Januar 1936 emigrierte Helmut nach Palästina. Hildegard und ihr Mann folgten Karl nach Südafrika. In Burgsteinfurt blieben nun nur noch Hermann, seine Frau Julie und seine Schwester Lina. Als man ihm im Mai verbot seine Metzgerei weiterzuführen und zugleich einen unterschriftsreifen Vertrag zum Verkauf seiner Häuser vorlegte, unterschrieb Hermann und flüchtete im Oktober 1938, einem Monat vor der Pogromnacht zu seinen Kindern nach Südafrika. Hermann sollte das einzige Kind seiner Eltern sein, der die Shoah überlebte. Er verstarb 1959 im Alter von 83 Jahren in Johannesburg. Helmut und Karl sollten zwar gerettet sein, aber führten ein schweres Leben. Sie sahen sich nach ihrer Auswanderung nur ein einziges Mal.  Helmut Hirsch verstarb 1979, sein Bruder Karl 1982. Das Sterbedatum von Julie Hirsch ist uns unbekannt.     

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Fotos der Familie Hirsch

Bilderquelle: Nachfahren Karl und Helmut Hirsch

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Bilder von der Verlegung am 
21. Februar 2017