Inititative Stolpersteine Burgsteinfurt

Die Eheleute Otto und Selma Hirsch

Otto Hirsch war das siebte von insgesamt zehn Kindern der Eheleute Gumpel Hirsch und Sara Hirsch, geb. Königheim. Otto Hirsch übernahm nach dem Tod seines älteren Bruders Louis, die Führung der elterlichen Metzgerei und verlegte sie noch vor dem Krieg von der Leerer Straße auf die Rottstraße 7. Er diente wie seine Brüder während des Ersten Weltkriegs und kehrte erst zum Ende des Krieges nach Burgsteinfurt zurück. 1920/21 heiratete er die aus Schwanenberg stammende Selma Freund. Mit ihr bekam 1922 er seinen Sohn Fritz. Die Metzgerei lief trotz der Anfeindungen und Denunziation zunächst relativ gut weiter. In der Pogromnacht zerstörte man die Eingangstür und sämtliche Möbel, sämtliches Geschirr und Fenster in dem kleinen Haus. In den Morgenstunden des 10. November 1938 verhaftete man Otto Hirsch und sperrte ihn für die folgenden zwei Tage in die Schluse, einem alten Turm in der alten Stadtmauer. Nach seiner Entlassung betrieb er die Auswanderung seiner Familie, schaffte es im März 1939 allerdings nur, seinen 16-jährigen Sohn allein nach Chile zu schicken, wo bereits seit mehreren Monaten sein Bruder Willy lebte. Auch Otto und Selma hatten bereits Einreisevisa für Chile, doch ihre Auswanderung verzögerte sich dermaßen lang, dass er das letzte Schiff, dass Genua in Richtung Chile verließ, verpasste. Eine Ausreise nach Chile war nun fast unmöglich.
In den folgenden Monaten musste er sein Haus verkaufen, Zwangsarbeit bei der Aa-Regulierung leisten und mit seiner Frau im Juli 1940 letztlich in das Judenhaus Steinstraße 15 umziehen. Ein Jahr später erfolgte ein weiterer Umzug in das Judenhaus Bütkamp 8. Am 10. Dezember 1941 wurde das Paar nach Münster und drei Tage später von dort aus in das Ghetto Riga deportiert. Dort verliert sich ihre Spur. Da Otto Hirsch auch in Burgsteinfurt als Zwangsarbeiter schwer arbeiten musste, könnte es sein, dass er das Ghetto, und sogar das Konzentrationslager Riga überstanden hat. Hinweise dafür, dass die Eheleute im Herbst 1944 in das Konzentrationslager Stutthof überstellt wurden, gibt es nicht.  

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Fotos der Eheleute Hirsch

Bilderquellen:  StA Steinfurt Judensachen.

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Bilder von der Verlegung am 3. Juni 2008